Zuhören und Beobachten

Zuhören und Beobachten

Was geschieht, wenn wir zuhören? Wir nehmen Information auf. Wir öffnen uns dem Gegenüber und interessieren uns für ihre oder seine Lebenswirklichkeit. Wir lernen etwas über den anderen und erweitern unsere eigene Lebenswirklichkeit. Wir geben der Wirklichkeit Raum. Diese Information beeinflusst uns und verändert, wie wir im Kontakt sind. Zuhören ist kein passiver Vorgang. Wir sind zwar nicht aktiv im Handeln und machen nicht aktiv oder bewusst etwas mit dieser Information, doch unser System reagiert.

Es gibt dieses schöne kleine Beispiel von dem rosafarbenen Elefanten. Ich sage Dir: „Denke jetzt NICHT an einen rosafarbenen Elefanten“ und Du wirst es kaum schaffen, nicht an einen rosafarbenen Elefanten zu denken. Dein Zuhören verändert Deine Gedanken und somit Dein Ki, denn Gedanken sind ebenfalls Ki.

Wenn wir zuhören, geben wir dem Gehörten Raum, und zwar auf ganz individuelle Weise. Du hörst mit Deiner Prägung und Deiner Lebenswirklichkeit anders zu als ich. Und das ist sehr relevant für die Begegnung im Sei-ki. Denn im Sei-ki machen wir vor allem das: Zuhören. Wir machen das weniger mit den Ohren als mit dem ganzen Körper. Wir legen die Hände auf und lauschen hinein in diese Person, die wir berühren. Das ist kein mechanischer Vorgang, sondern ein höchst menschlicher.

Genauso wie beim emphatischen und achtsamen Zuhören im Gespräch machen wir im Sei-ki nichts aktiv und bewusst mit dieser Information. Wir sind Beobachter im reinsten Sinne.

Der deutsche Physiker Werner Heisenberg stellte in seiner Forschung in den 1920er Jahren fest, dass es im subatomaren Bereich ein für unser Realitätsempfinden recht verrücktes Phänomen gibt: Der Beobachter eines Experiments hat einen signifikanten Einfluss auf das, was er beobachtet. Je intensiver und konzentrierter die Beobachtung, umso größer ist der Einfluss. Dies wurde mittlerweile in unzähligen Experimenten nachgewiesen.

Im Sei-ki sind wir sehr konzentriert. Wir beobachten den Menschen mit dem wir arbeiten sehr intensiv. Die Beobachtung ist wertfrei, so gut wir das eben können. Unser System reagiert auf das, was wir beobachten und „hören“ und spiegelt es zurück. Denn auch derjenige, der die Behandlung erfährt ist Beobachter. Und so beeinflussen wir uns gegenseitig. Das ist die Grundlage einer jeden Sei-ki – Behandlung. Und diese wertfreie Beobachtungsgabe zu entwickeln ist die wertvollste Fähigkeit im Sei-ki.

Autor: René Fix, Leiter des kiCollege

 

Fühlen ist Offenheit für das was ist

Fühlen ist Offenheit für das was ist

Im Sei-ki steht das Fühlen im Mittelpunkt. Die Form ist sekundär. Sie kann ablenken. Auch Katsugen kann ablenken. 

Form kann leicht vermittelt werden. Sie ist kopierbar und nachvollziehbar. Doch ohne echtes Fühlen wird die Form zur Illusion. Es wird schwer, in der Praxis zu bleiben und im Kontakt mit dem, was ist, zu bleiben

Um bewusst zu fühlen, braucht es echtes Interesse an der menschlichen Natur und es braucht eine Bereitschaft, urteilsfrei der Realität im jetzigen Moment zu begegnen. Das Fühlen ist somit der Weg ins Leben, denn das Leben findet immer nur jetzt statt. Und das ist einfacher gesagt als getan. 

Wir wollen zwar meist wahr sein und ehrlich uns und anderen begegnen. Doch wir sind es oft nicht. Wir verweilen im Gestern oder strecken uns ins Morgen. Wir wollen besonders gut sein, mit dem, was wir tun oder wir wollen eine Angst oder Nervosität verbergen und dabei souverän aussehen. All das ist kein Problem. Doch wir sind erst in Verbindung mit der Realität, wenn wir dieses Wollen fühlen und anerkennen. 

Auch unser Gegenüber verbirgt sich hinter einer Geschichte, einer Maske und somit hinter einem Wollen. Wir müssen also das sehen, was sich zeigt und das Wollen dahinter erfassen, um hindurch zu gelangen zu dem menschlichen Sein dieser Person.

Das Wollen steht über dem Fühlen und es will in die Manifestation, denn es ist die Realität. Erst wenn die Realität, wie auch immer sie ist, anerkannt wird, kann das Fühlen Raum bekommen. 

Und im Fühlen kommen wir in den Moment – ins Jetzt. 

Jetzt sind wir im Kontakt mit dem menschlichen Wesen, seiner wahren Natur.

Autor: René Fix, Leiter des kiCollege

 

Antwort zu Shiatsu und Sei-ki

Antwort zu Shiatsu und Sei-ki

Antwortbrief von Oskar Peter zum Artikel Shiatsu und Sei-ki

 

In persönlichen Gesprächen zeigte sich Akinobu Kishi (1949–2012) mir gegenüber sehr verwundert, dass er immer wieder auf Shizuto Masanuga (1925–1981) angesprochen wurde, aber praktisch nie auf Haruchika Noguchi (1911–1976). Dieser bereits in seiner Jugend als Heiler anerkannte Begründer von Seitai eröffnete mit 15 sein erstes Dōjō (Übungszentrum), um Katsugen und Yuki (Handatmung) zu praktizieren.

Die spontanen Körperbewegungen Katsugen wurden schon in alten Texten der japanischen Religion Shintō als Furube (Zittern) und Reidō (Seelenarbeit) beschrieben. Kishi entdeckte Katsugen am Höhepunkt einer persönlichen Krise für sich und stieß infolge auf Noguchis Seitai. Masunaga war zwar mit Noguchi bekannt, er hielt aber die in Seitai angewandten Techniken für sein Konzept von Shiatsu nicht für brauchbar. Kishi konnte jedoch aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen nicht mehr weiter den Weg des von Masunaga propagierten Shiatsu gehen: Er führte Katsugen und Shiatsu zu einer Methode zusammen, die er Sei-ki nannte.

Eine immer wieder propagierte Technik in Sei-ki ist Yuki (Handatmung). Eine ausführliche Beschreibung von Yuki findet sich in Noguchis Werk Order, Spontaneity and the Body (Zensei 1985).

Die wesentlichen Unterschiede zwischen Sei-ki und Shiatsu liegen meiner Meinung nach im Stellenwert der Resonanz als konsequenter weiterer Schritt von Kontakt, im Praktizieren von Katsugen und in der Anwendung von Yuki.

Autor: Oskar Peter, Shiatsupraktiker in Wien www.oskarpeter.at

 

Shiatsu und Sei-ki

Shiatsu und Sei-ki

Sei-ki und Shiatsu sind eindeutig verwandt. Akinobu Kishi selbst war ein großer Shiatsu-Meister bevor er Sei-ki entwickelte und viele Menschen, die jetzt mit Sei-ki arbeiten, sind durch Shiatsu dahin gekommen.

Doch es stellt sich immer wieder die Frage über die Beziehung zwischen Shiatsu und Sei-ki. Manche sagen, dass die beiden sehr unterschiedlich sind, andere, dass sie im Wesentlichen gleich sind.

Hier gibt es keine richtige Antwort. Nach meiner Erfahrung sind Sei-ki und Shiatsu identisch und völlig unterschiedlich zugleich.

Dies will ich anhand folgender Aspekte beschreiben:

Die Karte 

Shiatsu hat eine Karte, die man als Praktiker*in erlernt, um dieses Wissen schließlich für die Diagnose und Gestaltung der Behandlung einzusetzen. In gewissem Sinne sieht man, wo sich die Karte auf dem Individuum befindet. Für Sei-ki – Lernende gibt es keine Karte. Jede Person ist ihre eigene Karte, und durch Resonanzkontakt mit einer anderen Person kann sich diese Karte manifestieren. Dies ist ein sehr wesentlicher Unterschied in der Betonung, der enorm sein kann.

Intention 

In Shiatsu wird uns beigebracht, Absichten in Bezug auf den Klienten zu haben. Im Wesentlichen möchten wir sie heilen oder das Gleichgewicht wiederherstellen. In Sei-ki versteht es sich, dass Intention nur ein weiterer Aspekt des Geistes ist, der durchaus präsent sein kann in einer Behandlung, jedoch nicht von zentraler Bedeutung ist. Am Ende ist eine Heilung weder sinnvoll noch möglich. Durch achtsame Aufmerksamkeit und Resonanz geschieht Transformation und es ist nicht sinnvoll, in Ursache und Wirkung zu denken. Aufmerksamkeit ist der Schlüssel in Sei-ki.

Form 

Shiatsu hat im Allgemeinen eine Form, eine Arbeitsweise, die sich jedoch von Schule zu Schule unterscheidet. Sei-ki ist ausdrücklich formlos, auch wenn es minimale Ansätze von Struktur gibt. Die Praktiker*in ist der Klient*in gegenüber offen, so wie sie  ist. Daraus ergibt sich die Arbeit und nicht aus einer festen Struktur oder bestimmten Behandlungsabläufen.

Kompetenz

Shiatsu ist üblicherweise in bestimmte Hierarchien eingebunden, wie z.B. die Shiatsu-Schule mit Lehrer*innen und Lernenden, die Praxis mit Klienten und Praktiker, der Karte und den Theorien, auf und in denen sich Wissen befindet.

Sei-ki stellt diese Struktur in Frage und erkennt jegliche Erfahrung als einzigartig an. Zudem stellt es jegliche Kompetenz außerhalb des Individuums in Frage.

Autorin: Alice Whieldon MA PhD MRSS(T) SFHEA co-authored with Kishi Sei-ki: Life in Resonance, the Secret Art of Shiatsu 2011 Singing Dragon.   

Das Tun und Nicht-Tun im Sei-ki

Das Tun und Nicht-Tun im Sei-ki

Im Laufe der Jahre wurde in unzähligen Sei-ki-Workshops und Diskussionen gesagt, dass das Herz von Sei-ki Nicht-Tun sei. Während Kishi an einer Person arbeitete, zeigte er oft auf einen Punkt und sagte so etwas wie „hier gibt es nichts zu tun“, und dies ist „Nicht-Tun“, „nicht nötig, hier etwas zu tun“. Doch was bedeutet das eigentlich?

Das Nicht-Tun im Üben von Sei-ki kann manchmal eine Art schlaffes Nichts sein, ohne Konzentration oder Gefühl. Dies kann durchaus eine wichtige Phase im Lernprozess sein, ist aber nicht das Ziel. Nicht-Tun ist auch nicht eine Art Aktivität, die quasi durch äußere Stille oder Nicht-Manipulation belegbar ist. In der Regel ist hierin sogar reichlich Tun.

Eine Sei-ki-Sitzung kann sehr aktiv aussehen. Die Arbeit kann sogar durchaus physisch erscheinen. Nein, im Nicht-Tun geht es darum, den Moment einzufangen und Veränderungen zu erkennen. Das Nicht-Tun kann eine Millisekunde dauern. Es kann sich auch durchaus jenseits der Zeit abspielen. Aber es ist wesentlich.

Es gibt im Sei-ki natürlich auch viel Tun. Die Klientin kommt in die Praxis und es findet Vorbereitung statt. Beide lassen sich auf der Behandlungsmatte nieder. Ich, als Behandlerin, bewege mich hin zu der Klientin. Es gibt ein Tun, um den richtige Abstand zu finden, den ersten Punkt. Wenn ich den Atem beobachte, ist auch da ein Tun. Ich beschließe, zuzusehen, zu berühren, zuzuhören, mich einzulassen. Dies alles kommt von meinem Willen. Es ist meine Wahl, ja meine Handlung. Auch wenn die Aktivität selbst vielleicht gering und ruhig ist.

In Resonanz mit der Klientin wird es fließend und leicht. Es scheint weniger Tun zu geben. In jedem Fall ist jetzt weniger Anstrengung vorhanden. Die Punkte zeigen sich. Das Gefühl kommt zu mir. In diesen Momenten jenseits der Zeit gebe ich mich hin, ich lasse los. Während die Schritte dort hin aus der Kraft des Willens entstehen, ist die Hingabe… nun einfach Hingabe. Den Rahmen dafür bildet das Bemühen. Es ist ein Paradox: Bemühung bis zur Aufgabe, der Hingabe, dem Loslassen.

Das Nicht-Tun im Sei-ki hat viel mit dieser Hingabe zu tun, doch ist das nicht alles und auch nicht das Wichtigste. Der entscheidende Punkt ist, dass, wenn Du erkennst, wie es für die andere Person ist, Du genauso in diesem Moment erkennst, dass es in der Tat nichts zu tun gibt.

Dies ist keine therapeutische Strategie oder Technik oder Herangehensweise. Es ist vergleichbar damit, wenn Du z.B. erkennst, dass eine andere Person (oder auch Du selbst) in einer ausweglosen Lage steckt, einem Dilemma und es bleibt Dir nichts, als dies anzuerkennen. Du weißt, es gibt jetzt nichts zu tun, gar nichts. Und dies ist nicht das Erkennen einer Art von Sinnlosigkeit wie in „es hat keinen Sinn, etwas zu tun“. Tatsächlich gibt es hier ganz endgültig und gar nichts zu tun.

Dies erfordert eine besondere Art geschulter Beobachtung, die sich im Sei-ki-Training übt. Bei der vollständigen Beobachtung dessen, wie es ist, kommt die Veränderung. Du kannst diese Veränderung nicht erreichen, durch den Einsatz einer bestimmten Technik. Du kannst diese Veränderung auch nicht ermogeln, indem Du scheinbar nichts tust, während Du tatsächlich versuchst, eine Veränderung herbeizuführen. Dies ist oft das, was die etablierten therapeutischen Ansätze versuchen. In dieser Hinsicht – und das ist sehr wichtig – ist Sei-ki keine Therapie. Obgleich die Ergebnisse wie eine Therapie aussehen.

Sei-ki erfordert nicht nur ein tiefes Verständnis dieses Zusammenhangs, sondern es braucht das verkörperte Wissen, dass ein aktives Herbeiführen von Veränderung weder möglich noch relevant ist. An dem Punkt des plötzlichen Erkennens verspürst Du ein kleiner Freudensprung beim Sehen genauso wie beim Gesehenwerden. Das ist Nicht-Tun. Und zwar nicht, weil Du plötzlich aufhörst, etwas zu tun, um es nicht zu tun, sondern weil es hier nichts zu tun gibt.

Wenn Du die Sonne untergehen siehst, kannst Du nichts tun. Du würdest nicht mal auf die Idee kommen, dass es in Deiner Macht läge, diesen Sonnenuntergang irgendwie zu beeinflussen. Es mag Dir nicht gefallen, dass die Sonne untergeht und Du wünschst Dir vielleicht, dass dieser schöne Moment für immer bliebe, doch ganz sicher setzt Du keine ausgefeilten Strategien ein, um an dem Vorgang etwas zu ändern.

Doch im Kontakt mit anderen Menschen ignorieren wir dies in der Regel. Wir bilden uns ein, dass wir erfassen und verändern können. Wir erkennen die Wahrheit nicht, wie sie wirklich ist. 

Im Sei-ki lernt man wahre Beobachtung. Man lernt den Punkt des Nicht-Tuns zu erkennen.

 

Autorin: Alice Whieldon MA PhD MRSS(T) SFHEA co-authored with Kishi Sei-ki: Life in Resonance, the Secret Art of Shiatsu 2011 Singing Dragon.  For workshops and sessions see: www.AliceWhieldon.com

Syo Diagnosis – The Indivisibility of Diagnosis/Treatment

Syo Diagnosis – The Indivisibility of Diagnosis/Treatment

In Shiatsu, diagnosis and treatment are the same.
Diagnosis is treatment; treatment is the process of diagnosis. Masunaga and Kishi both stressed this point; it is the Japanese Shiatsu way and for Kishi this was the dynamic moment of Seiki Soho. But, it can be hard to achieve in practice.

Our modern, western language and ways of thinking tell us that we can separate diagnosis and treatment. The English language certainly does, other European languages may have nuances I know nothing about, but my guess is that they are essentially the same on this.  In any case, language does not map onto reality piece by piece. The word ‘table’ has no actual relationship to the thing that is or is not a table; ‘me’ is the name I call myself, it is not who/what I am.

The fact that we use two words, ‘diagnosis’ and ‘treatment’, gives the impression that actual diagnosis and treatment can be separated and performed as distinct steps, but that impression is an incorrect reading of reality and, as a side-effect, misunderstands a basic tenet of Shiatsu, the thread of which we pick up in Seiki. The split runs deep in our psyches and undermines the hands-on work unless we work hard to stop it.

Language represents a shared way of interpreting the world. It gives meaning, so we can operate in apparently coherent and collaborative ways. But this coherence is the merest gossamer covering, hiding the unimaginably powerful dynamics of eternity. That thin web of meaning is fragile, and it reflects only a tiny fraction of what is true. A film in front of our eyes, it obscures and distorts.

The contract we have with each other as social beings operates within this distortion. It has its uses and enables some community and stability. But it is also a menace because it filters what we know of the world and reduces it; it is a substitute for reality that muffles us from the zing and colour of life; it gets in the way of real relating and is very hard to escape from. In the end it kills most of us. Kishi told me he had only ever known one person die from actual old age, most people die from some kind of suicide.

It takes a huge task of will, or the intervention of a cataclysmic event, to get away from the dualistic thinking that separates syo diagnosis into two steps. In separating, we miss the moment; the meeting with infinity that Shiatsu, certainly Seiki (Soho) offers.  Since the work is all in the timing – ki do ma – that is everything.

Splitting diagnosis and treatment is a basic tenet of modern, western medicine and it can be life-saving in that context. Doctoring is about seeing what is wrong and then addressing the symptoms and, sometimes, the cause.

But the Shiatsu of Masunaga and the Seiki of Kishi might look like healing but were never meant to be medicine. We make them medical by interpreting the form through the filter of modern, western thinking. Masunaga’s Shiatsu, his king of medicine aimed to use dualism to get past dualism and Kishi’s contribution is that he achieved it with Seiki Soho.  But working against this, all the time, like wading through a quagmire, is this model of medicine we are familiar with in concert with our language structure. They pull diagnosis and treatment apart and time and again, making it hard for us to really appreciate what the Japanese masters regarded as so basic it did not need to be said.

This appreciation of reality and language is not the sole preserve of the east. Western theology points to it repeatedly and philosophers, at least as far back as David Hume (1711-76) have told us that there is no such thing as cause and effect; it is a connection that takes place in our imagination, not in fact.

And you may, at this point be thinking, ‘but of course there’s cause and effect…I put the kettle on – it boils!’  Yes, of course you are right. This is how we operate in daily life. It is hard-wired into us and it has value.  But that does not make it true except in a mundane way. It is not the only truth. Slow it all down….slowly……….slowly………………slowly and we see that something else is going on; or nothing. There are spaces; everything is just itself.

Diagnosis and treatment might have been separated at first in order to make teaching easier. It is relatively straightforward to explain something in linear terms. It has its place and, even with Shiatsu, step by step exercises can provide a framework that helps us start to feel and understand. But it is an elementary stage we must avoid getting stuck in.

The problem was given a boost, worldwide, by the spread of the printing press in the 16thcentury which was a stage in the externalisation of knowledge. I am not denouncing the book, but it had unintended consequences. Writing things down started out as a useful aide memoir for the learned and became a straightjacket that places more authority on the fixed word than on the experience. The Word is a vital part of our evolution, but we need to use the dynamic it sets up to develop and not stagnate.

This is an over simplification; the briefest of histories. In short, the separation game was already well established in the west when Shiatsu came along in Japan, just 40 years or so after that country, closed for over 200 years, opened its doors to the outside world and began consuming western ideas in hungry gulps, fearful of being left behind. Shiatsu is a 20thcentury take on touch therapy and, ironically, owes its popularity to language. It is because it was described in western physiological terms that it spread.

This was done in the 1940s during the American administration in an attempt to differentiate Shiatsu from massage and have it recognised under its own license. The researchers, including Namikoshi and Masunaga, found a way. They knew they had not nailed the essence of Shiatsu but some of them decided it was good enough for the moment; it served the purpose at hand.  With plausible-sounding explanations, which are not exactly wrong but not exactly right, it was possible to roll out a training at Namikoshi’s Japan Shiatsu School.  He knew that once it was explained in western terms, it could be monetarised. The cost was that the heart went out of it. Masunaga left to pursue his own way of explaining and working with Shiatsu and Kishi worked with him for ten years, then left with his own development of the Shiatsu tradition, Seiki.

When Kishi talked of Namikoshi’s touch, it is evident that this was a long way from what his school taught. It was in keeping with the inner arts of Japan which were not directly spoken; like Shinto, the heart of Japan, the shrine behind the outer, Buddhist temple and trappings. We know we cannot speak of this, only experience it, but those who seek and see will follow the little path behind the Buddha, into the hills, to the rocks and trees and dark, to the mirror and the kami…..

Kishi was astonished and impressed by the western ability to articulate the inner, we can’t do that, he told me, showing me a documentary about western classical music in which musicians spoke of their work, listen to that! A Japanese would never be able to explain that, we speak in metaphors, never exactly saying. We find this so impressive.

It is a real offering to the world: being able to explain. It comes at the centre from the opposite side of meaning to the quiet way of the Japanese. Both have their upsides and dangers. The hints and feather-touch require us to be quiet and practiced in listening for the still small voice in order to follow it. Bellowing, clumsy westerners are not always in a place to recognise the inner.

Conversely, the literal, the detailed, the explained can leave poetry behind as it fills in all the gaps; removing doubt. When the poetry is scared off by the heavy steps of utility, the heart of the thing we thought we had will die. And yet it is helpful to be able to say what we mean. It is part of how we become ourselves and learn. Understanding the differences and marrying the best in both is quite difficult.

Westerners recognised something in Shiatsu that they wanted. When they tried to study, few if any were permitted to enrol in Namikoshi’s official school. But Masunaga allowed some to join his postgraduate course; he had a separate stream for westerners. He thought them ill-equipped – not only had they no license, so could not work in the public clinic, but they lacked subtlety. He did not recognise the construct of meaning from which they operated and they, in turn, read his work through their filter and did not always catch the nuances.

In transferring what they observed and heard from Masunaga (and from Kishi, who taught many of those who came to see Masunaga in the late 1970s and early 1980s such as Ohashi and Suzaki) into western categories of thought, these students did a good job, considering. But it was and is a great deal harder to achieve than we think – both for the Japanese and for us.  We can happily share a joke and a glass of beer, but the journeys and assumptions that brought us to that meeting point are often worlds apart. Arguably this is less and less the case as globalisation flattens out difference, but it was certainly still the case with Kishi up to 2012, when he died. If anything, I wonder if the difficulties increase as we become familiar with the outward appearances of each other’s cultures.

Or perhaps the original students and translators knew the difficulty of transferring it to a new culture but understood the practice well enough, so they could use unsatisfactory terms and still retain the essence of the practice. Or the western categories would not allow western students to understand Masunaga’s work as it was taught. Probably a mixture of these things.  Shiatsu was translated, imperfectly but enough, perfectly but not in quantity; through touch and feeling which run deeper than words. But it has been disseminated in language that does not fit.

Syo diagnosis

Seeing the client is both recognition and balm; recognition is treatment. We do not have to do more, but this is difficult: the seeing and the not-doing are both at odds with our inherited meaning complex. Seeing things as they truly are is why we are here. We must do it as though our lives depended upon it; because they do. We can be sleepwalkers through life or we can keep on cleaning our souls; shining, shining, shining, until the obviousness of how things actually are finally has more reality for us than the drama.

This means we must stop performing a diagnosis to then apply it in treatment. You can do this, but it limits the work. Syo diagnosis might not look that different from what you do now. The line between separating things into two and operating in the dynamic tension of a paradox is tiny, tiny and ENORMOUS. What will change is the idea of what is going on which will change the whole feel of the work and what is possible within it. Clients feel that difference and love it; practitioners come, in time, to new certainty and fulfilment. 

The way to find this out in practice is by asking yourself, what am I doing? What is here? What do I feel? The answer, or maybe the diagnosis, does not matter. It is only important while you do not know. As soon as you identify what you feel, as soon as you are conscious of something, then it is meaningless, gone. By then you are on to the next question, what is this? What do I feel?….. 

The practice is in bringing the diagnosis to the surface and letting it go, over and over. Not in finding it and treating it. What is it you think you are treating? Reality is perfect, always perfect, oblivious to our tinkering. When you ‘treat’ it, you miss it, you trap it, you name it and you give it meaning it does not have and keep yourself and your client imprisoned in the meaning game. Only by recognising and letting go; by finding a comfortable place with the paradox and by understanding that you cannot change reality do you start evolving again.

Syo diagnosis can only take place in the moment. As soon as you apply an idea/diagnosis to a person, then it has ceased. A person is so different from an idea that it impossible to describe in words. Syo diagnosis takes place now and now and now.

The job we have as practitioners is to keep looking; looking until we see things as they truly are. Our clients may not know it, but that is why they come to us: they want to be seen.  Even if we do not entirely understand, we must set language-meaning aside in order to attempt to see our clients.  Eventually insight and sense begin to reveal themselves. We cannot make this happen. It arrives in the clearing we make when stop filling the gaps up with stuff and refresh our vision.

Autor: Alice Whieldon MA PhD MRSS(T) SFHEA co-authored with Kishi Sei-ki: Life in Resonance, the Secret Art of Shiatsu 2011 Singing Dragon.  For workshops and sessions see: www.AliceWhieldon.com